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Schlüssel zur jüdischen Kultur: Poesie, Prosa und Lieder der Sepharden

Die Seele sprechen und berühren lassen
Poesie, Prosa und Musik vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart
Termin 21.09. | 19.30 Uhr | KulturGießerei
KVV 15 € auch bei Bücher Volk, KulturGießerei | Abendkasse 18 €

Poesie und Prosa von Jehuda ben Ha Levi, Abraham ibn Esra, über Baruch Spinoza, Heinrich Heine, Elias Canetti bis Juan Gelman werden in Verbindung gesetzt von dem Schriftsteller und Dichter Frank Schablewski mit den schönsten Sprachbildern in der hebräischen Sprache. Dichtung wird zur Philosophie, Heine schrieb in seinem „Romanzero“ über Jehuda ben Ha Levi und machte sich lustig darüber, dass die Philosophen seiner Zeit bei Spinoza abschrieben, dessen Einfluss bis zu Friedrich Nietzsche reicht. 
Henriette Herz hat einen führenden Salon im 18. Jahrhundert in Berlin und korrespondiert brieflich mit der europäischen Intelligenz. Der Nobelpreisträger für Literatur (1981) Elias Canetti entstammt einer sephardischen Familie und sprach mehrere Sprachen, was sein Schreiben beeinflusste. Der argentinische Dichter Juan Gelman, dessen Familie vor den russischen Pogromen nach Argentinien floh, dichtete auf Sephardisch. So wird ein Bogen gezogen von dem Dichter und Denker Jehuda ben Ha Levi, der das Hebräische wie das Arabische beherrschte und sich so bestens mit den damaligen arabischen Machthabern des südlichen Spaniens verständigen konnte. 

Keine Bevölkerung wurde so der Vertreibung, Beschlagnahmung und Vernichtung ausgesetzt wie die jüdische Bevölkerung. Was für Bilder bringt die hebräische Sprache mit? Ein Anagramm bilden die hebräischen Worte für „Heimatland“ und „Lernen“, als entstünde Heimat dort, wo das Studieren oder Erlernen eines Handwerks, eines Berufs möglich ist. Mit Gedichten und Prosatexten der genannten Autoren lässt Frank Schablewski den Reichtum einer Kultur aufleuchten und dies im Dialog mit der Sängerin Shai Terry und dem Gitarristen Russell Poyner.

Shai Terry, geboren 1991 in Israel, beeindruckt mit ihrem Mezzosopran und einem breiten musikalischen Repertoire. Die Künstlerin sang in Gala-Konzerten mit verschiedenen Orchestern in New York, Los Angeles, Las Vegas, Chicago, Frankfurt, Belgrad und Wien. Sie ist Gastsängerin der Oper in Jerusalem und nahm an zahlreichen Opernproduktionen und Meisterkursen in Israel und Europa teil. Sie tritt aber auch in kleineren Bands auf und lässt ihre Seele sprechen mit denen sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer tief berührt.

Russell Poyner, Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe, verzaubert mit seiner Gitarrenkunst, die er mit seinem besonderen Interesse an Kammermusik individuell in Einklang bringt. Der Gitarrist konzertiert weltweit u.a. in der Queen Elizabeth Hall London, der California State University Los Angeles, dem Secs Centre Rio de Janeiro, beim Sommer- koncerter – Dänemark, dem Mosel Musikfestival, der Konzertreihe Stellae in Leon-Spanien, beim Weltmusikfestival „Horizonte“ und der Konzertreihe „Bad Emser Neue Klänge“. Zudem trat Russell Poyner als Solist mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie und dem BBC Concert Orchestra auf.

Gemeinsam entführen sie ihr Publikum auf eine emotionale Reise von den Liedern der Sepharden hin zu gegenwärtigen Musik Israels. Ein Konzert, das kulturelle Grenzen überwindet und die Seele berührt

Der Klang der Sehnsucht
Eine musikalische Aufführung auf Ladino (Judezmo), Jiddisch und Hebräisch
Termin 19.10. | 19.30 Uhr | KulturGießerei
KVV 15 € auch bei Bücher Volk, KulturGießerei | Abendkasse 18 €

Die sephardischen Juden schrieben in der Judezmo Sprache Romanzen voller Liebe, Schmerz und Sehnsucht. Die jüdischen Dichter schrieben auch auf Alt-Hebräisch, die in ihrem Stil von der arabischen Kultur beeinflusst waren. Parallel dazu entwickelten sich in Deutschland und Osteuropa die Volkslieder in jiddischer Sprache.

Die Volkslieder erfassten alle Aspekte des Lebens. Sie sangen sowohl über das tägliche Leben als auch über historische Ereignisse und brachten in ihren Liedern Schmerz, Freude, Verzweiflung und Hoffnung zum Ausdruck. Die Musik selbst ist eine außergewöhnliche Kombination aus einer jüdischen Schöpfung, die überall dort, wo sie entstanden ist, von der lokalen Kultur, den verschiedenen Musikstilen, den verschiedenen Sprachen und der ständigen Erfahrung von Zugehörigkeit und Assimilation im Gegensatz zum Bedürfnis nach Unterscheidung und Einzigartigkeit beeinflusst wurde.
Die Musik und der Inhalt der Lieder sind ein wunderbares Fenster zur jüdischen Kultur in den verschiedenen Epochen. In dieser Aufführung haben wird eine Sammlung von Liedern und Gedichten aus verschiedenen Zeiten und Orten zusammengestellt, kombiniert mit Geschichten und Anekdoten aus dem Leben der verschiedenen jüdischen Gemeinden.

Aufgeführt von der Sängerin Einat Aronstein, dem Schauspieler Dori Engel und dem Pianisten und Arrangeur
Inbar Sharet.

Foto: Einat Aronstein © Michael Pavia
Foto: Dori Engel  © Gerard Allon
Foto: Inbar Sharet  © Daniel Hanoch